Blogthema: Bakterien im Mund Teil 1
Wie unsere Mundhöhle unsere Gesundheit beeinflusst
Was haben Bakterien aus der Mundhöhle mit z.B. Karies, Alzheimer, Herzfehlern oder Frühgeburten zu tun und können hier Bakterientests helfen?
Ein Bakterientest aus der Mundhöhle ist wie ein Blick in die „unsichtbare Welt“ Ihres Mundes – in das sogenannte orale Mikrobiom, unsere bakterielle Flora im Mund, und ist ein echter Schlüssel zur präventiven Oralmedizin, die vorbeugt statt nur behandelt.
Mit einem einfachen Abstrich wird die Mundflora in einem externen Labor analysiert –schnell und absolut schmerzfrei.
Die Bakterientests geben uns eine Möglichkeit zu erkennen, ob eine gezielte Behandlung im Sinne der oralen Präventivmedizin nötig und/oder möglich ist. Da Bakterien auch übertragbar sind, geht es hierbei auch um eine mögliche Prävention unserer Liebsten – u.a. von Partner:innen und auch von Familienangehörigen.
Warum Bakterientests beim Zahnarzt sinnvoll sein können.
Die meisten Bakterien in der Mundhöhle sind wichtig und sinnvoll, tragen auch zur Vorverdauung bei und dürfen daher nicht „eliminiert“ werden. Es geht vielmehr um das für unseren Körper förderliche bakterielle Gleichgewicht in der Mundhöhle. Als Beispiel vorneweg – Karies, Parodontitis (Zahnfleischentzündung) oder auch Mundgeruch entstehen nicht durch Zucker direkt, sondern durch bestimmte Bakterien, die z.B. Zucker in Säure umwandeln oder das Zahnfleischgewebe angreifen. Ein Bakterientest zeigt, welche Erreger in der Mundhöhle aktiv sind und/oder ob ein bakterielles Ungleichgewicht vorhanden ist. Ein solches kann zu Schädigungen an den Zähnen oder auch Kieferknochen führen und/oder auch systemische Auswirkungen haben (siehe unten).
Wie können Bakterien aus der Mundhöhle in Zusammenhang stehen mit Frühgeburten, Alzheimer oder Herz-Kreislauferkrankungen?
Da die Bakterien aus der Mundhöhle verschluckt und auch eingeatmet werden und auch stets durch Mikroblutungen beim normalen Kauvorgang über die Blutbahn in andere Organe und Bereich gelangen können, haben sie Auswirkungen auf unseren gesamten Körper, sogenannte systemische Wirkungen. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Frühgeburten, Magen-Darm-Erkrankungen, Lockerung von Implantaten, Entzündungen von künstlichen Gelenken und sogar Alzheimer sind Erkrankungen, um nur einige zu nennen, die heutzutage nachweislich mit bestimmten Bakterienstämmen in Zusammenhang stehen.
Manche Bakterien lagern sich in die Wand von Blutgefäßen ein und führen dort zu krankhaften Veränderungen (z.B. Vergrößerung der Aortenwand, Aneurysmen etc.), andere gelangen ins Gehirn und bewirken Veränderungen an Nervenzellen, die wiederum Alzheimer auslösen können. Besonders bedeutend in der Schwangerschaft ist die Fähigkeit von manchen Bakterien in die Plazenta einzudringen und dort zu Entzündungen zu führen. Die dadurch ausgelöste Immunantwort kann Frühgeburten auslösen.
Der Zusammenhang zwischen dem oralen Mikrobiom und unserem Körper ist sehr bedeutsam und komplex. Manchmal wird auch eine bestehende Erkrankung, z.B. eine Veränderung von Herzgefäßen, mit starken Medikamenten behandelt und scheint aber keine Besserung zu zeigen. Eine Endlosschleife der Medikamenteneinnahme und oft auch der Nebenwirkungen beginnt.
Ist eine solche Herzerkrankung jedoch durch solche Bakterien (mit)verursacht, kann eine optimierte Mundhygiene und Wiederherstellung des bakteriellen Gleichgewichts in der Mundhöhle eine deutliche Verbesserung des Zustandes bewirken und eine Reduktion der Medikamenteneinnahme nach sich ziehen. Dies ist insbesondere bei einer Polymedikation oder bei älteren Menschen von hoher Bedeutung. Daher gewinnen Bakterientests zunehmend an systemische Bedeutung.
Entzündungen obwohl keine Beschwerden vorliegen – ist das möglich?
Ja, denn sogenannte „stille“ Entzündungen, die keine direkten Schmerzen verursachen, beschäftigen ständig 24/7 unser Immunsystem und belasten unseren Körper. Dadurch können auch an anderen Stellen im Körper Entzündungen nicht oder nur schlecht durch unser Immunsystem bekämpft werden und sich verstärken. Multiple Entzündungen sind möglich.
Ist solch ein Ungleichgewicht nicht auch immer an Zahnfleischbluten erkennbar?
Und was hat Rauchen mit der sogenannten „Maskierung“ von Entzündungen zu tun?
Man könnte meinen, dass ein bakterielles Ungleichgewicht immer mit Zahnfleischbluten assoziiert und dadurch klinisch erkennbar oder für die Patienten selbst auch merkbar sei. Dies ist leider nicht immer der Fall. Dies liegt zum Einen an der Art der Bakterien und der Stärke des Ungleichgewichts, zum Anderen gibt es auch das Phänomen der sogenannten „Maskierung“. Nikotin (freigesetzt beim Rauchen z.B.) führt zu einer Verengung der Blutgefäße. Dadurch kommt es mitunter nicht zu Zahnfleischbluten, obwohl eine Entzündung vorliegt. Das Zahnfleisch kann somit gesund aussehen, die Entzündung ist maskiert“.

Ein weiteres Risiko beim Rauchen (und hierzu zählen sowohl E-Zigaretten rauchen und das Paffen, Dampfen bzw. Neudeutsch Vapen als auch das Genießen von Shishas):
Es wird dabei sauerstoffarmes Milieu erschaffen, an das sich bestimmte Bakterien anpassen können und manche nicht. Alleine dadurch wird ein bakterielles Ungleichgewicht hervorgerufen und fördert dadurch leider das Wachstum besonders kritischer Bakterienstämme, die mit schwerwiegenden Erkrankungen, wie Alzheimer, Herz-Kreislauferkrankungen, Frühgeburten u.v.m. verbunden sind.
Wieso ist gemeinsames Nutzen von Essbesteck oder auch das „Abschlecken“ von Baby-Schnullern in diesem Sinne manchmal bedenklich?
Es geht darum, dass Bakterien übertragbar sind – auch auf alltäglichem Wege: eine Übertragung kann erfolgen durch Küssen, gemeinsames Nutzen von Essbesteck, gemeinsames Nutzen von Zahnbürsten, „Abschlecken“ von Schnullern unserer Kleinsten u.v.m.
Bei Gesunden wird sich durch ein Übertragen von Bakterien in der Regel kein Ungleichgewicht einstellen. Nicht immer ist der schädliche Effekt jedoch visuell zu erkennen oder im Voraus einzuschätzen. Daher gilt: es geht hier nicht nur um die Verantwortung uns selbst gegenüber, sondern auch um die Gesundheit z.B. unserer Partner:innen und Kindern. Ein einfacher Test kann somit zur Vorbeugung und Klärung auch im systemischen Zusammenhang beitragen, ganz im Sinne der präventiven Oralmedizin, die vorbeugt statt nur behandelt.
Wie unsere Mundhöhle unsere Gesundheit beeinflusst

Was haben Bakterien aus der Mundhöhle mit z.B. Karies, Alzheimer, Herzfehlern oder Frühgeburten zu tun und können hier Bakterientests helfen?
Ein Bakterientest aus der Mundhöhle ist wie ein Blick in die „unsichtbare Welt“ Ihres Mundes – in das sogenannte orale Mikrobiom, unsere bakterielle Flora im Mund, und ist ein echter Schlüssel zur präventiven Oralmedizin, die vorbeugt statt nur behandelt.
Mit einem einfachen Abstrich wird die Mundflora in einem externen Labor analysiert –schnell und absolut schmerzfrei.
Die Bakterientests geben uns eine Möglichkeit zu erkennen, ob eine gezielte Behandlung im Sinne der oralen Präventivmedizin nötig und/oder möglich ist. Da Bakterien auch übertragbar sind, geht es hierbei auch um eine mögliche Prävention unserer Liebsten – u.a. von Partner:innen und auch von Familienangehörigen.
Warum Bakterientests beim Zahnarzt sinnvoll sein können.
Die meisten Bakterien in der Mundhöhle sind wichtig und sinnvoll, tragen auch zur Vorverdauung bei und dürfen daher nicht „eliminiert“ werden. Es geht vielmehr um das für unseren Körper förderliche bakterielle Gleichgewicht in der Mundhöhle. Als Beispiel vorneweg – Karies, Parodontitis (Zahnfleischentzündung) oder auch Mundgeruch entstehen nicht durch Zucker direkt, sondern durch bestimmte Bakterien, die z.B. Zucker in Säure umwandeln oder das Zahnfleischgewebe angreifen. Ein Bakterientest zeigt, welche Erreger in der Mundhöhle aktiv sind und/oder ob ein bakterielles Ungleichgewicht vorhanden ist. Ein solches kann zu Schädigungen an den Zähnen oder auch Kieferknochen führen und/oder auch systemische Auswirkungen haben (siehe unten).
Wie können Bakterien aus der Mundhöhle in Zusammenhang stehen mit Frühgeburten, Alzheimer oder Herz-Kreislauferkrankungen?
Da die Bakterien aus der Mundhöhle verschluckt und auch eingeatmet werden und auch stets durch Mikroblutungen beim normalen Kauvorgang über die Blutbahn in andere Organe und Bereich gelangen können, haben sie Auswirkungen auf unseren gesamten Körper, sogenannte systemische Wirkungen. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Frühgeburten, Magen-Darm-Erkrankungen, Lockerung von Implantaten, Entzündungen von künstlichen Gelenken und sogar Alzheimer sind Erkrankungen, um nur einige zu nennen, die heutzutage nachweislich mit bestimmten Bakterienstämmen in Zusammenhang stehen.
Manche Bakterien lagern sich in die Wand von Blutgefäßen ein und führen dort zu krankhaften Veränderungen (z.B. Vergrößerung der Aortenwand, Aneurysmen etc.), andere gelangen ins Gehirn und bewirken Veränderungen an Nervenzellen, die wiederum Alzheimer auslösen können. Besonders bedeutend in der Schwangerschaft ist die Fähigkeit von manchen Bakterien in die Plazenta einzudringen und dort zu Entzündungen zu führen. Die dadurch ausgelöste Immunantwort kann Frühgeburten auslösen.
Der Zusammenhang zwischen dem oralen Mikrobiom und unserem Körper ist sehr bedeutsam und komplex. Manchmal wird auch eine bestehende Erkrankung, z.B. eine Veränderung von Herzgefäßen, mit starken Medikamenten behandelt und scheint aber keine Besserung zu zeigen. Eine Endlosschleife der Medikamenteneinnahme und oft auch der Nebenwirkungen beginnt.
Ist eine solche Herzerkrankung jedoch durch solche Bakterien (mit)verursacht, kann eine optimierte Mundhygiene und Wiederherstellung des bakteriellen Gleichgewichts in der Mundhöhle eine deutliche Verbesserung des Zustandes bewirken und eine Reduktion der Medikamenteneinnahme nach sich ziehen. Dies ist insbesondere bei einer Polymedikation oder bei älteren Menschen von hoher Bedeutung. Daher gewinnen Bakterientests zunehmend an systemische Bedeutung.
Entzündungen obwohl keine Beschwerden vorliegen – ist das möglich?
Ja, denn sogenannte „stille“ Entzündungen, die keine direkten Schmerzen verursachen, beschäftigen ständig 24/7 unser Immunsystem und belasten unseren Körper. Dadurch können auch an anderen Stellen im Körper Entzündungen nicht oder nur schlecht durch unser Immunsystem bekämpft werden und sich verstärken. Multiple Entzündungen sind möglich.
Ist solch ein Ungleichgewicht nicht auch immer an Zahnfleischbluten erkennbar?
Und was hat Rauchen mit der sogenannten „Maskierung“ von Entzündungen zu tun?
Man könnte meinen, dass ein bakterielles Ungleichgewicht immer mit Zahnfleischbluten assoziiert und dadurch klinisch erkennbar oder für die Patienten selbst auch merkbar sei. Dies ist leider nicht immer der Fall. Dies liegt zum Einen an der Art der Bakterien und der Stärke des Ungleichgewichts, zum Anderen gibt es auch das Phänomen der sogenannten „Maskierung“. Nikotin (freigesetzt beim Rauchen z.B.) führt zu einer Verengung der Blutgefäße. Dadurch kommt es mitunter nicht zu Zahnfleischbluten, obwohl eine Entzündung vorliegt. Das Zahnfleisch kann somit gesund aussehen, die Entzündung ist maskiert“.

Ein weiteres Risiko beim Rauchen (und hierzu zählen sowohl E-Zigaretten rauchen und das Paffen, Dampfen bzw. Neudeutsch Vapen als auch das Genießen von Shishas):
Es wird dabei sauerstoffarmes Milieu erschaffen, an das sich bestimmte Bakterien anpassen können und manche nicht. Alleine dadurch wird ein bakterielles Ungleichgewicht hervorgerufen und fördert dadurch leider das Wachstum besonders kritischer Bakterienstämme, die mit schwerwiegenden Erkrankungen, wie Alzheimer, Herz-Kreislauferkrankungen, Frühgeburten u.v.m. verbunden sind.
Wieso ist gemeinsames Nutzen von Essbesteck oder auch das „Abschlecken“ von Baby-Schnullern in diesem Sinne manchmal bedenklich?
Es geht darum, dass Bakterien übertragbar sind – auch auf alltäglichem Wege: eine Übertragung kann erfolgen durch Küssen, gemeinsames Nutzen von Essbesteck, gemeinsames Nutzen von Zahnbürsten, „Abschlecken“ von Schnullern unserer Kleinsten u.v.m.
Bei Gesunden wird sich durch ein Übertragen von Bakterien in der Regel kein Ungleichgewicht einstellen. Nicht immer ist der schädliche Effekt jedoch visuell zu erkennen oder im Voraus einzuschätzen. Daher gilt: es geht hier nicht nur um die Verantwortung uns selbst gegenüber, sondern auch um die Gesundheit z.B. unserer Partner:innen und Kindern. Ein einfacher Test kann somit zur Vorbeugung und Klärung auch im systemischen Zusammenhang beitragen, ganz im Sinne der präventiven Oralmedizin, die vorbeugt statt nur behandelt.